Das Kinderhaus bleibt ganztägig geschlossen! Kitastreik: Zwischen Stress und Verständnis

Oh wie froh war ich, als wir mit einem guten Bauchgefühl das erste Mal das Kinderhaus in unserer Stadt verließen. Die Besichtigung war nach unserem Geschmack, die Erzieher gaben uns ein gutes Gefühl und keine 4 Wochen später hielten wir die Bestätigung in den Händen. Nach nur einer Besichtigung, nach nur einer “Bewerbung” war dieses Thema also in trockenen Tüchern. Keine Selbstverständlichkeit, sondern ein ganzer Berg aus Glück und Zufall.

Keine Jahr später wäre die Situation schon eine ganz andere gewesen: Auf Grund des akuten Personalmangels muss nicht nur die Betreuungszeit verkürzt werden, sondern auch die Anzahl der Kleinkinder pro Gruppe durfte nicht weiter wachsen. Da haben wir noch mal Glück gehabt. Weniger glücklich stehen wir jetzt aber vor den großen Druckbuchstaben am Kitaeingang “Morgen bleibt diese Einrichtung ganztägig geschlossen!”. Spontane Wut steigt in uns Eltern auf, gefolgt von einem großen Verständnis, denn dieser “Job” ist einer der wichtigsten überhaupt und sollte einfach entsprechend honoriert werden. Das Glück unserer Kinder, die Verantwortung für ihr seelisches und körperliches Wohl und die Gewissheit sich nicht mal eben für nur fünf Minuten zurücklehnen zu können und still und heimlich in Tagträumen zu versinken…all das erfordert nicht nur jede Menge Disziplin und Liebe für die unsere Kids, sondern eben auch eine entsprechende Entlohnung die leider immer noch nicht ansatzweise im Verhältnis zu dem steht, was hier tagtäglich geleistet wird.

Kein Wunder also, dass entsprechend wenig Personal folgt und die Eltern aus den geburtenstarken, letzten zwei Jahren diese Folgen jetzt (wieder) zu spüren bekommen. Wer einen Kitaplatz bekommen hat und für diesen auch entsprechend aufkommen kann, darf natürlich nicht meckern aber jetzt ist wieder unsere spontane Umorganisation gefragt. Zum Glück sind wir Eltern in so etwas geübt und im Sandkasten anstatt vor dem PC zu sitzen hat auch seine Vorteile aber trotzdem die Frage an euch: Wie organisiert ihr euch an Tagen wie diesen? Zeigen eure Arbeitgeber Verständnis? Wird mit den Augen gerollt? Habt ihr Omis, Opis oder sonstige Bezugspersonen “spontan” zur Stelle? Dürft ihr ggf. Homeoffice machen oder nehmt ihr “unbezahlten” Urlaub?

Das leitet mich zur nächsten Frage: Habt ihr einen (familienunabhängigen) Babysitter? Und wie habt ihr diesen gefunden? Ich freue mich auf eure Kommentare und schicke liebe Grüße und starke Nerven für die nächsten, bestimmt anstehenden Warnstreiks!

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